Projektnummer 21
Rotes Zebra (4. Rang)

Verfasser: raumfindung architekten, CH-8640 Rapperswil SG
Projektmitarbeiter: Beat Loosli, Yasmin Gassmann, Pia Melichar

Subunternehmer Holzbau Landschaftsplaner: Pirmin Jung Ingenieure, CH-6026 Rain & Graber Allemann Landschaftsarchitektur, CH-8852 Altendorf


Projektidee und Zusammenfassung

Das neue Feuerwehrdepot gliedert sich als längliches Bauvolumen in das bestehende Werkareal ein. Dabei liegt der neue Feuerwehrplatz direkt an der Schaanerstrasse und garantiert eine reibungslose Ausfahrt im Einsatzfall. Der Schlauchturm beim Kopfbau definiert in prägnanter Form die Adresse des neuen Feuerwehrdepots. Die Zufahrt für das Personal und die Besucher ist durch ein Tor gesichert Dank der gefächerten Dachlandschaft wird die stattliche Baumasse gegeliedert und die Innenräume werden über die Oberlichter mit Tageslicht versorgt. Der Vorplatz mit den PW-Parkplätzen befidet sich auf der Südostseite getrennt von den Feuerwehrausfahrten. Alle inneren Nutzräume werden behindertengerecht über ein zentrales Treppenhaus mit einem Lift erschlossen. Das Obergeschoss ist partiell um mehrere Geschosse aufstockbar. Der Neubau ist trotz der feingliedrigen Gestalt kompakt. Das Holztragwerk ist wirtschaftlich dimensioniert und die Gebäudehülle erfüllt die Vorgaben für ein nachhaltiges Bauen (SNBS).

Gesamtanlage Werkareal

Der langgezogene Hallenkörper wird nahe dem Wasserkanal auf die Flucht des Vordaches des bestehenden Wasserwerks gesetzt. Dadurch entstehen ein grosszügiger Vorplatz zur Schaanerstrasse hin und ein Maximum an Flexibilität für die Fahrzeuge und deren Manöver. Der Schlauchturm markiert den Kopfbau mit den Büro- und Mehrzwecknutzungen. Die Setzung auf die Gebäudeflucht der Nachbarhäuser bindet den Neubau ins Quartier ein. Dies verleiht dem Bau einerseits für Besucher eine gute Adressierung, andererseits wird der Verkehr von Beginn weg getrennt.

Die zahlreichen PW-Parkplätze sind nahe dem Gebäudezugang und es resultieren im Einsatzfall kurze Gehwege für die Mannschaft. Der witterungsgeschützte Hauptzugang ist gut auffindbar, jedoch vom Strassenraum angenehm abgesetzt. Im Bereich um den Vorplatz werden einheimische Strauchbepflanzungen ergänzt. Die Beläge sind asphaltiert und durchgehend schwellenlos gestaltet.

Architektonisscher Gesamteindruck

Die hinterlüftete Fassadenkonstruktion aus Holz verspricht eine wirtschaftliche Erstellung und die architektonische Gliederung der Fassaden zeigt im Hallenbereich das effiziente Holztragwerk. Die Holzlisenen der geschlossenen Wandflächen verleihen dem Haus einen leichtfüssigen Charakter. Die Aufenthalts- und Mehrzweckbereiche orientieren sich zum Vorplatz im Südosten. Insgesamt vermittelt der architektonische Ausdruck sowohl im Äusseren als auch im Innern die Ästhektik eines einfachen Zweckbaus. In diesem Sinne wird die Nutzung des Feuerwehrdepots von aussen anhand der architektonischen Gestaltung ablesbar interpretiert. Dank der Oberlichter und der Pultdächer erfolgt ein angenehmer Tageslichteinfall in die mittigen Erschliessungszonen und insbesondere in die grosse Einstellhalle.

Betriebskonzept und Nutzungsverteilung

Das Raumkonzept erfüllt die betrieblichen Anordnungen gemäss Schwarz-Weiss-Betriebsschema. Dabei sind besonders der gedeckte Bereich für den Ablad und die Durchfahrt durch die Waschbox auf den Feuerwehrplatz als wesentliche Merkmale des Projektvorschlages.

Alle Besucher und Nutzer werden in der Eingangshalle empfangen. Von diesem zentralen Erschliessungsraum und Treppenhaus aus werden dann die Nutzergruppen konsequent getrennt. Die Kommandoräume und Einsatzzentrale verfügen über die geforderten Sicht- und Raumbeziehungen zur Halle und Vorplatz. Die Aufenthalts- und Mehrzweckbereiche werden im Obergeschoss situiert und sind flexibel unterteilbar. Im Obergeschoss wird zum Wasserkanal hin eine grosszügige Laube als witterungsgeschützten Aussenraum angeboten. Dank der mittigen Anordnung der zentralen Treppe sind die Wege allseits kurz. Die Betriebsräume befinden sich mit kurzen Gehverbindungen nahe den Zugängen, Garderoben und der Fahrzeughalle. Grundsätzlich kann das Feuerwehrdepot im Aussen-bereich allseits umfahren werden.

Nachhaltigkeit und bewährte Gebäudetechnik

Die gewählte Baustruktur, die ökologischen Baumaterialien und die gute Tageslichtnutzung garantieren eine hohe Behaglichkeit in den Nutzräumen und der Fahrzeughalle. Die kompakte Gebäudeform, die konsequent geführte thermische Gebäudehülle und die guten Dämmwerte bilden die Basis für den nachhaltig konzipierten Neubau. Aufgrund der Systemtrennung und der hinterlüfteten Holzfassade wird der sorgfältige Umgang mit den Ressourcen gewährleistet. Bei der Gebäudetechnik und Lüftungsanlagen werden bewährte Systeme mit kurzer und klarer Leitungsführung vorgeschlagen. Alle Nutzräume können bei Bedarf durch einfaches Öffnen der Fenster zusätzlich belüftet werden. Um den Anteil an erneuerbaren Energien zu erhöhen werden auf den Dächern Photovoltaikanlagen flächig integriert.

Lüftungskonzept und Nachrüstbarkeit

Die gut zugängliche Medienführung erlaubt eine flexible und einfache Anpassung ohne hohen Ressourcenaufwand. Abgestimmt auf die jeweiligen Anforderungen der Raumgruppen werden sinnvolle Lüftungszonen zusammengefasst. Dazu sind dezentrale Lüftungsanlagen vorgesehen. Die Lüftungsanlagen werden so ausgelegt, dass mit minimal notwendigem Aussenluftwechsel die vorgesehene Raumnutzung ermöglicht wird. Sämtliche Lüftungsanlagen (dezentrale Deckenmontage in Nebenräumen) sind mit hochwirksamen Wärmerückgewinnungsanlagen ausgerüstet. Durch guten Wärmeschutz, thermisch wirksame Speichermassen und aussenliegende Sonnenstoren dringt im Sommer wenig Wärme in die beiden Geschosse ein. Eine sommerliche Überhitzungsgefahr kann dadurch verhindert werden.

Konstruktion, Statik und Wirtschaftlichkeit

Zur Erreichung der Wirtschaftlichkeit wird die Tragstruktur in präfabrizierter Holzbauweise erstellt. Das Tragwerkskonzept besticht durch die serielle Anordnung der Holzbauachsen und den wirtschaftlichen Spannweiten. Die sekundären Balken werden als Holz-Holz-Anschlüsse ohne weitere Metallteile ausgeführt (Schwalbenschwanzverbindungen). Die Wärmedämmung ist in den Holzelementen integriert und eine hinterlüftete Holzfassade schützt das Gebäude. Holzlamellen der Fassade erfüllen die anvisierte Lebensdauer ohne Unterhaltsanforderungen (dunkle Roggenmehllasur mit Naturpigmenten). Die inneren Wände werden mehrheitlich nichttragend ausgeführt. Die Gebäudestabilität (Erdbeben) wird über den mittigen Treppen- und Liftkern und periphere, durchgehende Wandscheiben gewährleistet. Die Aussenwände aus Holzelementen erfüllen das Prinzip der Systemtrennung und garantieren eine lange Lebensdauer. Das Obergeschoss ist partiell um mehrere Geschosse aufstockbar. Diese potentielle Zusatzfläche ist gut zonierbar und eine flexible Raumeinteilung ist möglich. Die Konzepte erfüllen die Vorgaben zur Erreichung des Standards von SNBS.

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