Projektnummer 12
MALTUSIS

Verfasser: BAYER & STROBEL ARCHITEKTEN Part Gmb, Gunther Bayer, Peter Strobel, DE-67655 Kaiserslautern
Projektmitarbeiter: Artur Schäfer, Jonas Küpper, Mohammad Hasanato

Baukörper

Das langgestreckte Gebäude nutzt das Grundstück optimal aus und ermöglicht dabei eine zweckmässige Verteilung der für die Feuerwehr notwendigen Funktionsflächen wie Aufstellflächen oder Parkplätze. Die funktionalen Abläufe sind dabei nachgewiesen, insbesondere der kreuzungsfreie Verkehr von ausrückenden Alarmfahrzeugen und nachrückenden Einsatzkräften. Das vorgegebene Mobilitätskonzept wird umgesetzt.

Die Fahrzeughalle wird nach Westen zum Wasserwerk hin angeordnet und präsentiert sich zur Schaaner Strasse hin mit einer grosszügigen Toranlage Gemeinsam mit dem dreigeschossigen Gebäudeteil im Osten und dem Übungsraum bildet sie dabei einen prägnanten Gesamtbaukörper, der sowohl der Nutzung als Feuerwehrhaus als auch der städtebaulichen Situation angemessen ist. Der Haupteingang an der westlichen Stirnseite wird durch den auskragenden Baukörper weithin sichtbar markiert und formuliert so einen eindeutige Adresse aus.

Funktion

Im Innern sind die einzelnen Funktionsbereiche klar gegliedert, wobei das Erdgeschoss diejenigen Nutzungen aufnimmt, welche der Fahrzeughalle unmittelbar zugeordnet sind: Werkstatt, Lagerräume, Umkleiden und die Einsatzzentrale. Die Palettenlager sind wie gefordert in der Mitte der Fahrzeughalle vorgesehen. Im Zwischengeschoss befinden sich die Aufenthaltsräume der Feuerwehr und der Samariter, im obersten Geschoss bietet der Seminarbereich reizvolle Ausblicke über die Freiflächen der Feuerwehr und darüber hinaus. Erschlossen werden alle Bereiche auf attraktive und übersichtliche Art und Weise über den zentralen Treppenraum.

Konstruktion

Die Tragstruktur der Fahrzeughalle ist als Skelettbau aus Brettschichtholz vorgesehen. Die Bauweise stellt eine wirtschaftliche und nachhaltige Bauweise dar, die Höhe der Hauptträger ermöglicht die Auskragung der Vordächer. Die Nebenträgerlage ist über den Hauptträgern angeordnet und kann so über die komplette Länge der Halle als Installationsebene genutzt werden. Ein umlaufendes Oberlicht in diesem Bereich ermöglicht die Belichtung der Halle und die natürliche Entlüftung der Abgase.

Der dreigeschossige Gebäudeteil ist als klassischer Massivbau derart konzipiert, das ein spätere Aufstocken -beispielsweise als leichte Holzkonstruktion- problemlos möglich ist.

Fassade

Die einheitliche Verwendung einer fein strukturierten Metallfassade für alle Gebäudeteile betont und inszeniert wirkungsvoll die plastische Erscheinung des Baukörpers. Die Fassadenbekleidung aus feuerverzinkten Stahlblechtafeln ist dabei klassisch als vorgehängte, hinterlüftete Fassade konzipiert. Gegliedert wird die Fassade durch Teilflächen in verzinktem Streckmetall sowie durch Bereiche mit geschossweise angeordneten, vertikalen Lisenen. Dabei handelt es sich um eloxierte Aluminium-Rechteckprofile, zwischen denen wiederum die Stahlblechtafeln montiert werden. Bei den 3mm dicken Stahlblechtafeln werden alle Herstellungsspuren, die technologisch durch den Verzinkungsprozess entstehen, ohne Nachbehandlung belassen und in die Gestaltung integriert. Dazu zählen auch unterschiedliche Zinkbilder, Glanzgrade und Fehlstellen. Die Konstruktionsweise ermöglicht eine sehr wirtschaftliche und dauerhafte Fassade, die durch die besondere Oberfläche und eine sorgfältige Gestaltung dennoch einen überzeugenden architektonischen Ausdruck erhält. Wie auch der Entwurf insgesamt zwischen der nutzungsbedingten Zweckmässigkeit und deinem zeitgenössischen architektonischen Anspruch vermittelt.

Die grossformatigen Verglasungen bilden einen reizvollen Kontrast zu der lebhaften Oberfläche der Metallfassade und werden als Kastenfenster ausgeführt. Dem eigentlichen Dreh- und Kippfenster mit Dreifachverglasung ist dabei eine fassadenbündige hinterlüftete Festverglasung vorgeblendet, die den Wärme- und Schallschutz erheblich verbessert und die Kubatur des Baukörpers fasst. Im Sommer ermöglichen die Fenster zudem eine freie Nachtlüftung. Das innere Rahmenmaterial Holz (Holzart Eiche) prägt in Verbindung mit weiteren Holzoberflächen (Parkett, Einbaumöbel, Tragwerk) wesentlich die Atmosphäre der Innenräume und kontrastiert dort mit ausgewählten Innenwänden und Decken in Sichtbeton. Aussen erhalten die Verglasungen Abdeckungen aus eloxiertem Aluminium. Im Zwischenraum der Kastenfenster ist ein wirksamer textiler Sonnenschutz (screen) angeordnet.

Low Tec – High Comfort

Grundprinzip ist, dass das Gebäude in seiner energetischen und klimatischen Funktion der Umgebung und Nutzung angepasst wird, Architektur und Haustechnik also bereits im Entwurf auf die klimatisch-energetischen und nutzungsspezifischen Anforderungen reagieren. Dazu tragen sinnvolle passive und aktive Massnahmen und eine optimierte Nutzung der natürlichen Ressourcen bei. Die Haustechnik soll auf das minimale Mass reduziert werden, das notwendig ist den Raumkomfort und die energetischen Ziele einzuhalten.

Energiekonzept

  • Sehr gute Dämmung und 3-fach Wärmeschutzfenster: Die Dämmung und die Wärmeschutzverglasung verringern die winterlichen Energieverluste auf ein Minimum.
  • Minimierung von Wärmebrücken: es muss auf eine möglichst wärmebrückenfreie Konstruktion geachtet werden, um sowohl unnötige Wärmeverluste zu vermeiden als auch bauphysikalischen Schäden vorzubeugen. Die Unterkonstruktion der Vorhangfassade ist thermisch entkoppelt.
  • Sommerlicher Wärmeschutz: Die Kastenfenster erhalten einen nach Sonnenstand geregelten verfahrbaren Sonnenschutz im Zwischenraum.
  • Hybridlüftung: Gewährleistung des notwendigen hygienischen Luftwechsels durch eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in Verbindung mit einer Nutzung der natürlichen Lüftung über die Fenster.
  • Nutzung regenerativer Energien: Wärmeerzeugung mittels einer Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • Regenerative Kühlung im Sommer durch nächtliche Lüftung (Kastenfenster).
  • Nutzung der Gebäudestruktur als thermische Speichermasse. Heizen und Kühlen der Räume durch thermische Bauteilaktivierung.
  • Optimierte Tageslichtnutzung
  • Photovoltaikanlage auf dem Dach der Fahrzeughalle
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