Projektnummer 02
EINS EINS ACHT

Verfasser: Architekturhasler est., FL-9490 Vaduz
Projektmitarbeiter: Edgar Hasler, Sarah Hermann


FEUERWEHR- UND SAMARITERDEPOT

Der zukünftige Stützpunkt der Landesfeuerwehr und des Samaritervereins Vaduz finden ein neues Zuhause an der Schaanerstrasse am nordseitigen Gemeindegebiet von Vaduz. Der Standort bietet die besten Voraussetzungen für die Umsetzung und geplanten Synergien sowie der Weiterentwicklung des Gebietes. Geprägt von Gewerbe- und Dienstleistungsbauten, wie dem Wasserwerk, entlang dem Binnenkanal, und Sport- sowie Freizeitmöglichkeiten in direkter Umgebung bietet sich der neue Standort optimal in Bezug der unregelmässigen Lärmemissionen an.

Die ebene und weitreichende Fläche ermöglicht eine ideale Grundlage für die Funktionalität und Unterbringung des Raumprogramms sowie Möglichkeiten für Übungs- und Ereignisfälle.

Eine filigrane Lamellenfassade aus Weisstanne ummantelt das neue Depot für Feuerwehr und Samariter. Dies begünstigt besonders den Umgang mit der offenen Rietfläche und lässt den Neubau trotz seiner Grösse entspannt in den ländlichen Kontext einfügen. Hinter der hölzernen Hülle befinden sich unterschiedliche Nutzungen wie Schulungsräume, Garderoben, Aufenthalt, Lager und eine grosse Fahrzeughalle mit einem grosszügig gedeckten Vorplatz.

Zur Quartiersstrasse hin dominiert die Fahrzeughalle mit dem vorgelagerten Alarmhof, rückseitig entlang dem Binnenkanal befinden sich Parkplätze für den Einsatztrupp und die Alarmzugänge zu den Garderoben in die Halle. Der Schlauchturm bietet mit seinen bespielbaren Öffnungsflächen zum Übungsplatz einen idealen Trainingsbereich für verschiede Übungsszenarien. Von der gemeinsamen Haupterschliessung sind die Bereiche für die Feuerwehr, die Samariter sowie der Schulungs- und Aufenthaltstrakt im Obergeschoss klar voneinander getrennt.

Ein Kern aus Stahlbeton begünstigt die Teilung des zweigeschossigen Trakts von der Fahrzeughalle, welche sich aus einem Tragwerk aus Brettschichtholz Trägern und dazwischen liegenden, akustisch wirksamen Massivholzdecken, mit den Sichtbetonwänden kombiniert. Diese rhythmische Formung von Rippen wiederholt sich optisch auch in der Fassade. Oberlichtfenster sorgen zusätzlich mit Nordlicht für eine gesundes Arbeitsklima und in der Halle.

Im Erdgeschoss ist Sichtbeton das vorherrschende Material und ergänzt sich mit einigen akzentreichen Elementen aus Holz. Es verstärkt die Wirkung der Robustheit und Grösse, sowie der Zugehörigkeit der Nutzung. Im Obergeschoss wird mit dem Einsatz von Holz besonders auf den räumlichen Gebrauch eine wohlfühlende Atmosphäre geschafft. Die Böden werden hauptsächlich in hochwertigen Hartbetonbelägen ausgeführt und bilden zu den Brettstapeldecken einen angenehmen und modernen Kontrast.

Alle Tore, Zugänge und Oberlichtfenster sind elektrisch bedienbar und versorgen mittels verglaster Bauteile Halle und Erschliessungsbereiche optimal mit Tageslicht.

Die Wärmepumpe und Lüftungsanlage werden im Untergeschoss untergebracht, um eine spätere Aufstockung der Gesamtlage zu gewährleisten. Die bestehende Brettstapeldecke wird als Betonholzverbunddecke weiterverwende. Die Aufstockung erhält dann einen Innenhof, welcher die Belichtung der bestehenden Räumlichkeiten nicht einschränkt und soll vollständig in Holzbauweise erfolgen.

Der Einsatz einer Beton Holz Bauweise erlaubt eine gute Ökobilanz und lässt die Verwendung von einheimischen Hölzern und einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung zu. Das Potential von Holz kann sich optimal entfalten und integriert sich Nachhaltig in Erscheinung, Funktion und Nutzen.

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