Projektnummer 11
BRANDMEISTER

Verfasser: Planbar AG, FL-9495 Triesen
Projektmitarbeiter: Markus Sprenger, Manuel Moser, Rico Malgiaritta

Ortsbauliche Lösung

Durch die mittige Setzung des Kubus zwischen Schaanerstrasse und Giessen ergeben sich, beidseitig der Längsfassaden, grosszügige Hallen-Vorbereiche. Kopfseitig schliessen 2- geschossige Enden den Bau ab und fassen so die Hallen beidseitig ein. Darin befinden sich zum einen die Arbeits-, Umkleide-, Aufenthalts- und Schulungsräume, und zum anderen Spezialräume wie Waschbox, Samariter-, Garage- sowie Lagerräume der Feuerwehr.

Erschliessung

Der Vorbereich für die Feuerwehrfahrzeuge ist Bindeglied zwischen Fahrzeughalle und Schaanerstrasse. Er grenzt über die ganze Hallenlänge an die Schaanerstrasse und gewährleistet damit ein übersichtliches und organisiertes Manövrieren. Die Erschliessung aller anderen Fahrzeuge erfolgt nordseitig über die gemeinsame Ein- und Ausfahrt mit dem Wasserwerk.

Parkierung und Zugänge

Die Parkierung für das Wasserwerk und die Samariter befinden sich an der nördlichen Stirnseite des Gebäudes. Weitere Parkplätze für Erst-Einsatzgruppen sind direkt an den rückwärtigen Zugängen zu den Umkleidebereichen. Alle übrigen Parkplätze mit Fahrradunterstand sind kompakt in der südlichen Parzellentasche angeordnet.

Die gedeckten, voneinander unabhängigen Zugänge für Samariter und Feuerwehr sind westseitig angeordnet und erschliessen die Räumlichkeiten ergonomisch und auf kürzestem Weg.

Organisation und Funktionalität

Feuerwehr:

Der kompakte Raumblock mit der Wartung von Einsatz- und Schlauchmaterial ist direkt vom südseitigen Hallenbereich zugänglich. Daran angrenzend befindet sich der 7-geschossige Schlauchturm mit dem sich anschmiegenden, zentralen Treppenaufgang. Der Erschliessungskorridor bildet dabei den Übergang zum Raumblock der Umkleide- und Mannschaftsräume. Im Obergeschoss sind alle Mannschaftsräume sowie der 5-fach unterteilbare Schulungsraum angeordnet. Diese sind über den zentralen Treppenaufgang sowie über das gemeinsam und extern nutzbare, westseitige Treppenhaus mit integrierter Liftanlage erschlossen. Der Führungsbereich ist so angeordnet, dass er sich zur Strasse, zum Vorplatz und zur Halle hin orientiert. Im kleinen Untergeschoss sind die Technik- und weitere Nebenräume untergebracht.

Die Fahrzeughalle ist durch eine 3 Meter breite Galerie in zwei Bereiche gegliedert; die Einstellhalle für die Löschfahrzeuge und die Einstellhalle für die Anhänger. Dadurch reduziert sich die Spannweite der Halle massgeblich. Die Trägerhöhen werden somit minimiert und eine spätere Aufstockung kann wirtschaftlich realisiert werden. Der Raumbereich der Galerie, als Vierendeelträger ausgebildet, dient nicht nur als

Erschliessung der beiden Ebenen im Obergeschoss, sondern auch als Arbeits- und Manövrierfläche für das Handling mit Modulen und Paletten.

Samariter:

Die ergonomische und autonome Erschliessung der Aktivbereiche bietet eine direkte Verbindung zum Einstellrau und Lager. Der 4-fach unterteilbare Schulungsraum ist über das gemeinsame Treppenhaus, weiter über den grosszügigen Vorbereich mit Einsicht in die Halle, erschlossen. Der gemeinsame Vorbereich führt über einen Korridor zu den Schulungs- und Mannschaftsräumen der Feuerwehr im 1. Obergeschoss.

Architektonische Qualität

Bei der Definition der Konstruktion und architektonischen Wirkung des Gebäudes gingen Überlegungen zur Bauphysik, der praktischen Nutzung und der Suffizienz voraus. Mit einer homogenen, monolithischen Gebäudehülle aus Dämmbetonwerden die mechanischen sowie die vermindertenwärmetechnischen Anforderungen an das Gebäude erfüllt. Inden Aufenthaltsbereichen wird der Dämmwert der Aussenwandmittels einer Kerndämmung zusätzlich erhöht und sorgt somit fürein angenehmes Raumklima. Durch den monolithischenWandaufbau mit sichtbaren Betonoberflächen werden weitereArbeitsschritte eingespart, was sich positiv auf die Kosten undBauzeit auswirkt. Der Baukörper wird durch unterschiedlicheOberflächenstrukturen horizontal gegliedert. Die waagrechtenBänder mit schalungsglattem Beton fassen das Gebäude zueiner Einheit zusammen. Als Kontrast dazu werden die restlichenWandflächen mit vertikalen Betoneinlagen strukturiert.

Im Hallenbereich werden die Stützen, Träger und Deckenplattenvorgefertigt. Die Decken erhalten zur Aussteifung und zurBodenbelastung einen Oberbeton zur Betonverbunddecke mitentsprechender Schubbewehrung.Die Innenräume der Aufenthalts- und Schulungsbereiche werdenzur Optimierung der Akustik und des Wohlbefindens der Nutzer,mit Holzwerkstoffen und Holzpaneel Verkleidungen ausgestattet.

Nachhaltigkeit und Energie

Eine komplette Belegung der Dachfläche mit einer PV-Anlageermöglicht eine Leistung von 600 Kwp. Dies entspricht 0.6 MWh. Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine Luft-Luft-Wärmepumpe.

Statisches Konzept

Das geplante, neue Feuerwehrgebäude Vaduz, mit den äusseren Abmessungen 30.5 m x 111.5 m, weist eine beachtliche Grösse hinsichtlich der überbauten Fläche auf. An den beiden Enden sind jeweils massive Kopfbauten vorgesehen. Da nur ein sehr kleiner Bereich unterkellert wird, werden die horizontalen Einwirkungen über die massive Bodenplatte und über die Betonriegel an den Baugrund abgegeben.

Die Bodenplatte und Riegel sowie die erforderlichen Lasteinleitungsplatten, werden in mehreren Bauetappen, aber insgesamt zusammenhängend, ausgeführt. Wir empfehlen alle Bauteile für spätere Aufstockungsmöglichkeiten auszulegen. Abklärungen des Baugrunds für eine maximale Überbauung oder etwa für unterschiedliche Beanspruchungen sind erforderlich.

Die Kopfbauten werden in massiver Betonbauweise ausgeführt. Für eine zukünftige Aufstockung können bereits strukturelle Überlegungen für spätere vertikale Erschliessungen berücksichtigt werden. Die Verformungen müssen möglichstklein gehalten werden.

Der Bereich zwischen den Kopfbauten, der Fahrzeugpark, wird über die aussteifende Dachscheibe beidseitig eingebunden. Die vertikale Lastabtragung erfolgt über Beton – Stützen oder etwa mit Stahlbeton – Verbund Stützen. Der Verbindungsgang zwischen den beiden Bereichen kann architektonisch spannend, als Vierendeelträger ausgebildet werden. Die Einbindung erfolgt über bewegliche Lager, wobei die horizontalen Einwirkungen in die beiden massiven Kopfbauten eingeführt werden.

Erweiterung

Das Konzept ermöglicht eine etappenweise Erweiterung auf maximal 21m Höhe, bedingt aber Entscheide zur Auslegung der Dimensionen in der ersten Bauphase.

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