Projektnummer 23
06061801

Verfasser: Welte Architektur, FL-9491 Ruggell
Projektmitarbeiter: Gernot Welte MScArch, Bernhard Wachter

STÄDTEBAU

Der Neubau des Feuerwehrhauses Vaduz ergänzt die Bebauungsstruktur entlang der Schaanerstrasse zwischen dem Wasserwerk und der südlichen Gewerbebebauung.

Der Neubau ist parallel zur Schaanerstrasse ausgerichtet und bildet durch die direkte Anbindung einen erweiterten Strassenraum.

Auf der Kanalseite bildet eine differenziertere Volumetrie den Siedlungsabschluss.

ARCHITEKTUR

Der Baukörper bildet einen horizontalen Block, welcher durch funktional bedingte, volumetrische Einschnitte definiert wird. Die Einstellhalle der Feuerwehr ist durch die beidseitigen Torverglasungen sehr transparent.

Dies unterstreicht, durch die Sichtbarkeit der Feuerwehrautos, den funktionalen Charakter des Gebäudes.

Die vertikal ausgerichtete Holzfassade ist farblich dunkel lasiert und strukturiert das liegende Volumen.

Der Schlauchturm ist über drei Geschosse in das Gebäudevolumen integriert.

Die restliche Baumasse des Schlauchturms ist als eigenständiges Volumen ausgebildet, welches als vertikaler Akzent den Schwerpunkt des Gebäudes ausformuliert.

Die Schlankheit des auskragenden Vordachs wird mittels Überzügen erreicht. Dies ermöglicht eine einheitliche Dachoberkante und eine durchlaufende Hallendecke welche die Transparenz und Durchlässigkeit der Einstellhalle verstärkt.

ORGANISATION

Die Haupterschliessung erfolgt südseitig entlang der Mittelachse des Gebäudes. Der Grossteil der Parkflächen ist im Nahbereich zum Eingang situiert was im Einsatzfall ideal ist.
Der allgemein zugängliche Eingangsbereich dient dabei als zentraler Verteiler für die unterschiedlichen Nutzungsbereiche, welche von dort separat über die Vertikalerschliessung und eine Treppe erreichbar ist.

Durch die Fortführung der Mittelachse wird ein direkter Bezug des Gebäudes zu den Einsatzfahrzeugen hergestellt.
Eine zweite, parallele Funktionsachse verbindet die internen Funktionskreisläufe der Feuerwehr und dient als Alarmzugang.

Diese zwei Achsen werden durch einen zweigeschossigen Flur verbunden, welcher auch an die westliche Aussenfassade führt.
In diesem Verbindungsraum ist die zweite Vertikalerschliessung angeordnet, welche der Feuerwehr intern zugeordnet ist.

Die Überdachung vor der Waschbox dient als Entladestelle nach dem Einsatz. Hier erreicht man über die Stiefelwaschanlage die Schwarz-Weiss Bereiche.
Die Aufrüstung der Einsatzfahrzeuge nach dem Einsatz findet nach dem Waschen in der Halle statt.

STATISCHES KONZEPT

Das Hauptgebäude wird in Massivbauweise errichtet.
Klare tragende Wandachsen gewährleisten eine ökonomische statische Gebäudestruktur.
Diese durchgehenden Wände werden ebenso wie die Decken in Stahlbeton ausgeführt

In der Halle kommen Holzfachwerkträger zum Einsatz, welche wesentlich zur Leichtigkeit der Hallenkonstruktion beitragen und eine wirtschaftliche und ökologische Ausführung ermöglichen.
Darüber wird akustisch wirksames Brettstapelholz gespannt, worauf ein Warmdach aufgebracht wird. Die Auskragung des Vordaches wird mittels eines Kragträgers aus Brettschichtholz erreicht.

AUFSTOCKUNSMÖGLICHKEIT

Durch die kompakte vertikale Erschliessung bildet sich in den zwei Obergeschossen ein funktionaler Kern welcher ökonomisch erweitert werden kann.
Die Räumliche Ausformung einer eventuellen Erweiterung richtet sich nach den Vorgaben der Nutzerwünsche.

ENERGIE UND GEBÄUDETECHNIK

In den Vorgaben ist eine Luft-Wasser Wärmepumpe vorgesehen, welche durch eine Niedertemperatur Fussbodenheizung ergänzt wird.
Die Aussenwände werden mit Holz-Fertigteilen und der darin enthaltenen hohen Dämmung ökonomisch und ökologisch realisiert.
Auf dem Dach der Einstellhalle wird eine Photovoltaikanlage installiert. Der nicht benötigte Platz wird extensiv begrünt um eine Regen Retention zu ermöglichen.

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